„Die Biene zeigt uns, wie wertvoll das Kleine für das Große ist.“
Bienenjahr
Frühjahr
Mit den ersten warmen Tagen erwacht das Bienenvolk. Die Königin beginnt wieder mit der Eiablage, das Volk wächst schnell und sammelt Nektar und Pollen für den Start ins neue Jahr.
Sommer
Die Hochsaison der Bienen. Jetzt wird fleißig gesammelt, gebaut und Honig eingetragen. Für uns Imker ist es die arbeitsreichste Zeit – Kontrolle, Pflege und Honigernte gehören dazu.
Herbst
Das Volk bereitet sich auf den Winter vor. Die Brut nimmt ab, Vorräte werden gesichert und das Bienenvolk schrumpft auf seine Winterstärke.
Winter
Die Bienen ziehen sich in die Wintertraube zurück. Es herrscht Ruhe im Stock, die Energie wird gespart – für den nächsten Frühling.
Was ist im Honig enthalten?
Honig ist ein reines Naturprodukt und besteht überwiegend aus Zucker und Wasser. Den größten Anteil machen die beiden Einfachzucker Fruktose (Fruchtzucker) und Glukose (Traubenzucker) aus. Ihr Verhältnis zueinander beeinflusst Geschmack, Süße und die Kristallisation des Honigs. Daneben enthält Honig geringe Mengen weiterer Zucker, organische Säuren, Enzyme, Aminosäuren, Mineralstoffe, Aromastoffe sowie Pollen. Die Enzyme stammen von den Bienen selbst und sind ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Der leicht saure pH-Wert sowie die enzymatischen Prozesse tragen zur guten Haltbarkeit des Honigs bei.
Was macht die verschiedenen Honigsorten aus?
Die Honigsorte wird vor allem durch die Nahrungsquelle der Bienen bestimmt. Je nachdem, aus welchen Pflanzen der Nektar oder Honigtau stammt, unterscheiden sich Farbe, Geschmack, Duft und Zusammensetzung des Honigs. Helle Blütenhonige sind meist mild und fein-aromatisch, während dunklere Honige oft kräftiger schmecken und mehr Mineralstoffe enthalten. Zur Sortenbestimmung werden unter anderem Zuckerprofile, physikalisch-chemische Werte und insbesondere die im Honig enthaltenen Pollen analysiert.
Welche Nahrungsquellen nutzen die Bienen in Niedersachsen?
In Niedersachsen profitieren die Bienen von einer vielfältigen Kulturlandschaft. Im Frühjahr nutzen sie vor allem Raps, Obstblüten und Löwenzahn. Im Sommer folgen Trachten wie Linde, Klee, Brombeere sowie zahlreiche Wild- und Gartenpflanzen. Regional und jahresabhängig kommen auch Robinie, Kastanie oder Phacelia hinzu. In manchen Jahren sammeln die Bienen zusätzlich Honigtau von Bäumen wie Eiche oder Nadelgehölzen. Welche Trachten letztlich im Honig enthalten sind, hängt stark von Standort, Witterung und Vegetation des jeweiligen Jahres ab.
Beispielhafte Analyse unserer Honige
Um die Vielfalt und Zusammensetzung unserer Honigsorten besser zu verstehen, haben wir beispielhaft Honige eines Jahres analysieren lassen. Die Ergebnisse zeigen anschaulich, wie unterschiedlich sich Zusammensetzung und Eigenschaften je nach Tracht und Erntezeit entwickeln können.
Über unsere Haltung
Bienen zu halten bedeutet, sich um Lebewesen zu kümmern – nicht nur mit Herz, sondern auch mit Sachverstand. Seit nun fast 20 Jahren ist dies das Hobby meines Mannes und seit knapp acht Jahren auch von mir. Aller Anfang ist bekanntlich schwer, und auch bei uns wurden zu Beginn Fehler gemacht. Doch vor allem die Praxis lehrt am meisten.
Ich habe festgestellt: Fragt man fünf Imker nach ihrer Meinung, erhält man fünf unterschiedliche Antworten. Jeder hat sein eigenes Patentrezept dafür, wie bestimmte Dinge am besten funktionieren. Die grundlegenden Prinzipien der Imkerei sind jedoch für alle gleich.
Auch in der Bienenhaltung geht es in gewisser Weise um Massentierhaltung und vor allem um die Vermeidung von Krankheiten und Ausfällen. Deshalb nehmen Pflege, Kontrolle und Vorsorge einen großen Teil der Arbeit ein.
Wir verwenden die Gläser des Deutschen Imkerhonigs, deren Verwendung nur nach einer entsprechenden Schulung erlaubt ist. Diese Schulung hat mein Mann viele Jahre selbst durchgeführt. Mit zunehmendem Arbeitsaufkommen auf unserem Hof hat er diese Aufgabe jedoch abgegeben.
Auch das Wandern mit den Bienen ist nicht einfach so erlaubt. Dafür benötigt man eine Genehmigung und eine vorherige Kontrolle, um sicherzustellen, dass alle Bienen gesund sind. Erst danach kann ein Imker zusätzliche Bienenvölker auf fremden Grundstücken anmelden. Jeder einzelne Bienenstand wird dabei selbstverständlich bei der zuständigen Behörde registriert.
Wer das süße Gold genießen will, muss kräftig schleudern.
Der frisch geschleuderte Honig wird anschließend noch einmal gesiebt und kommt dann in die Rührmaschine.
Am Ende wird der Honig abgefüllt und eingelagert. Nach der Reifung füllen wir ihn in 500 g- und 250 g-Gläser ab.