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Was machen wir hier?
Auf unserer Weide leben Tiere, die ihren ursprünglichen Zweck bereits erfüllt haben. Kühe, deren Milchleistung nachgelassen hat, oder Tiere, die „wirtschaftlich“ keinen Wert mehr hätten, würden unter normalen Umständen nicht mehr hier sein.
Doch es gibt sogenannte Lebenshöfe – und wir sind einer davon.
Lebenshöfe bieten ausgedienten Tieren ein dauerhaftes, liebevolles Zuhause. Bei uns dürfen sie in Ruhe alt werden, gepflegt und wertgeschätzt, ohne weiteren Nutzen erfüllen zu müssen.
Viele Menschen möchten ein Tier retten, können es aber nicht selbst halten – In solchen Fällen kann man sich an Lebenshöfe wenden, um für ein Tier einen sicheren Platz zu finden oder eine Patenschaft übernehmen, wir informieren hier gerne weiter.
Wie die Jungfrau zum Kind
Eigentlich hatten wir einen klaren Plan: die Zucht von Fjällrindern – niedliche, kleine und vor allem widerstandsfähige schwedische Hochlandrinder, die auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten stehen. Die Idee war geboren, und wie das so ist mit dem Enthusiasmus und Zauber eines Anfangs: Wir haben einfach mal gemacht.
Nach kurzer Recherche, wo wir die Tiere bekommen könnten, fiel die Wahl auf Brandenburg. Also Anhänger gemietet, Termin vereinbart – und los ging die Fahrt ins Ungewisse.
Unsere ersten Fjällrinder – eine Reise voller Gefühle
Da waren sie nun: die drei kleinen Schwedischen Hochlandrinder – eine Kuh, ein Kalb und eine Färse. Bei der älteren Generation unseres Hauses war eine leichte Ernüchterung zu spüren: „Wenn das mal alles so klappt.“ Aber manchmal läuft es einfacher, wenn man nicht zu viel darüber nachdenkt.
Die drei waren von Anfang an unglaublich lieb, klein und hornlos – perfekt für den Start. Mit einem Fressgitter als Fangstand konnten wir Routine-Arztbesuche und die Kastration des kleinen Bullenkalbs problemlos durchführen – auch wenn der Kleine das natürlich nicht so super fand.
Doch dann wurde klar: Eine Zucht aufzubauen ist weitaus schwieriger, als es zunächst klingt. Dazu kommt die Unberechenbarkeit der Natur – und dass das Handeln des Menschen immer Grenzen hat. Wir entschieden uns für künstliche Befruchtung, was viele Geduldsspiele bedeutete: aufpassen, wenn die Kuh bullte, den Besamer anrufen – egal welcher Wochentag.
Als es schließlich gelang, brachte die Kuh ein wunderschönes, aber leider totes Kälbchen zur Welt. Die Erfahrung, ein so kleines, wertvolles Geschöpf zu verlieren, war hart und stellte uns vor die Frage: Wollen wir das wirklich? Ist das unser Ziel? Hier ging es nicht um Geld – das hätte die Umsetzung ohnehin unmöglich gemacht. Es geht um den Erhalt einer Rasse, die vielleicht irgendwann von der Erde verschwinden könnte.
Aktuell gibt es noch einen sehr kleinen Bestand dieser Fjällrinder. Nach vielen Überlegungen haben wir die Tiere zunächst einfach laufen lassen – und gewartet, bis sich eine neue Idee zeigt, wie es weitergehen könnte.
Neue Gesichter auf dem Hof – Jette, Elsa und Jumbo
Dann kamen Jette, Elsa und Jumbo ins Spiel – unsere zotteligen und unglaublich hübschen Galloways. Jumbo war unser Bulle und sollte nun die Mädels beglücken.
Warum Galloways? Sie sind nicht vom Aussterben bedroht, können problemlos gehandelt werden und – ganz ehrlich – sie sind einfach wunderschön, klein und hornlos.
Das Decken klappte nicht immer perfekt, aber Jumbo hatte so eine beeindruckende Präsenz, dass wir uns vor unbeliebten Gästen auf der Weide keine Sorgen machen mussten. So konnten die Mädels und der Herr eine unbeschwerte Zeit im Sommer an der Weser verbringen und im Winter am Hof – und damit waren wir erst einmal alle rundum zufrieden.
Von der Aufräumaktion zur Rinderpension
Im Winter haben wir begonnen, aufzuräumen und ein wenig Klarschiff zu machen – alles, was wir nicht mehr brauchen, wurde weitergegeben oder entsorgt. Dabei haben wir jemanden kennengelernt, der uns von Kuhnection (Das Netzwerk rund um die Rinderrettung) erzählte.
Das hat unsere Augen für neue Möglichkeiten geöffnet. Nach ein wenig Recherche und Überlegung entschieden wir uns, Kontakt aufzunehmen. Telefonate, E-Mails und Hausbesuche später – und wir waren ein zertifizierter Betrieb. Seitdem haben wir unsere Haltung von eigenen Tieren auf Pensionsrinder umgestellt und neue Wege für unseren Hof eröffnet.
Die ersten Herausforderungen
Mitten im Urlaub bekamen wir einen Anruf: „Können die ersten Tiere kommen – so schnell wie möglich?“ Eine Woche später standen zwei angebliche Bullen auf unserem Hof.
Bullen können wir eigentlich nicht halten, also mussten sie kastriert werden – und das bei Tieren über einem Jahr ist alles andere als einfach. Einen Tierarzt zu finden, der das sicher durchführen kann, war eine Herausforderung. Bei einem der Bullen war sogar ein Hoden innen liegend, was einen Besuch in der Klinik unvermeidlich machte.
Eigentlich könnte alles einfach sein – aber nein: Gerade in diesem Zeitraum traf ein Virus nach dem anderen in Deutschland ein. Die Tiere mussten natürlich frei von Krankheiten sein, damit kein Risiko für die anderen Pensionsrinder entsteht.
Nach einigen Hin und Her stellte sich außerdem heraus, dass ein Ring zum Führen Pflicht ist – also musste auch dieser noch besorgt werden. Schließlich fanden wir einen Tierarzt, der sich der Sache annahm. Der Patient konnte in die Klinik und nach einigen Wochen wohlbehalten zurück auf den Hof.
Januar 2026
Jetlag? Ein bisschen, nach dem Stress! Staub auf den Hufen? Definitiv. Aber Flöchen ist endlich da! Nach einer gefühlten Weltreise wurde sie herzlich bei uns empfangen! Willkommen im Team!
Viele Wiesen habe ich gesehen, bin weit gereist und nie wirklich angekommen, das soll jetzt anders sein! Ich bin gekommen um zu bleiben! Lasst uns gemeinsam alt werden! Ach, ich bin übrigens Hüftgold
Ei gude!
Des is se: unsere Stallinchen
"Kumm rei, stell de Koffer ab un hol dir erst mol e Heu!"
Eigentlich bin ich echt nett, aber dieser Stress macht mich unpässlich. Dann ignoriere ich sogar mal Stromzäune, zum Ärgernis anderer. Hätten sich bei meinem Namen alle denken können, Tonado, spricht doch für sich.
Wenn es schnell gehen muss
Über die Tiere wurde viel in der Presse geschrieben. Manchmal sind die Lebensumstände wie sie sind. Dinge entwickeln sich anders als erwartet und dann werden auch Entscheidungen getroffen, die endgültig sind. So haben Behörden entschieden und die Kühe mussten ein neues Leben wo anders anfangen.
Lebenstiere e.V hat sich für die Rettung eingesetzt und mit der Unterstützung von ganz vielen Organisationen und Freiwilligen neue, Lebensplätze gesucht und gefunden. Ein Kuh Leben bedeutet schnell mal 20 bis 25 Jahre. Das ist eine Wegstrecke die erst mal aufgebracht werden muss. Patenschaften bilden bei vielen der geretteten Tiere ein Fundament der Finanzierung, ohne dass es nicht funktioniert. Wir bieten ein Heim für die Tiere, Pflege und Familienanschluss, auch ohne diesen geht es nicht. Wir freuen uns diese Tiere bei uns zu haben. Sie sollen ihr Leben genießen und leben.
Moin!
Weidelinchen, angenehm!